Wespen-Rückgang in Bayern: Dafür breitet sich ein anderer Schädling stark aus

Weniger Wespen auf der Terrasse, aber plötzlich mehr schlechte Nachrichten für die Imkerei: In Bayern gehen die Sichtungen von Wespen zurück, während die Asiatische Hornisse sich weiter ausbreitet. Das verändert, wie du Garten, Balkon und Bienenstöcke schützt.

Wespen-Rückgang in Bayern: Regen im Frühsommer hat Einfluss

Bei der Mitmachaktion „Insektensommer“ wurden im Juni und August weniger Wespen gemeldet als in den Jahren davor. Experten führen das vor allem auf das verregnete Frühsommerwetter zurück.

Mehr Regen bedeutet oft weniger überlebende Königinnen und späteren Aufbau der Staaten. Die Hochsaison verschiebt sich dadurch häufig nach hinten ins September. Ein praktischer Effekt: Du hast womöglich länger Ruhe beim Kuchenessen – aber die Natur braucht trotzdem unsere Aufmerksamkeit.

Wichtiges Ergebnis: Wetter steuert Wespenzahlen – und das erklärt die ruhiger wirkenden Sommer.

Was Wespen anzieht und wie du gelassen bleibst

Süße Gerüche wie Eis, Saft oder Obstkuchen locken die Tiere an. Larven brauchen Proteine, die Arbeiterinnen suchen Zuckerquellen.

Praktische Tipps fürs Zusammensein im Freien: Essen abdecken, Getränk geschlossen halten und langsam bewegen, wenn eine Wespe landet. So bleibt alles entspannt und der Sonntagnachmittag ungestört.

Merke: Wenige einfache Regeln schützen dich und deine Gäste vor Stichen.

Asiatische Hornisse in Bayern: Gefahr für Bienen und Landwirtschaft

Seit der Neubewertung im März 2025 gilt die Asiatische Hornisse als in Deutschland weit verbreitet. Das hat Folgen: Nester werden nur noch bei gravierender Gefahr für die Biodiversität entfernt.

Die Tiere fressen große Mengen an Insekten, darunter viele Honigbienen. Ein Hornissennest kann tausende Tiere beherbergen und jährlich bis zu 11–20 Kilogramm Insekten verzehren. Messungen zeigten in Südfrankreich, dass pro Tag bis zu 1.500 Bienen erbeutet werden können.

Kurz gesagt: Für Imkerinnen und Imker bedeutet das mehr Aufwand und oft auch Kosten – der Freistaat fördert Gegenmaßnahmen mit Koordination, Schulungen und Ausbau der Meldeplattform beewarned.de.

Konkrete Schritte für Haus, Garten und Imkerei

Ein klares, einfaches Vorgehen hilft: Ruhe bewahren, Melden, Schützen. Für Imkerinnen wie die fiktive Anna aus Unterfranken heißt das: regelmäßiges Monitoring und einfache Schutzvorrichtungen am Stock.

  • Decke Süßes ab und stelle verschließbare Gefäße bereit.
  • Entferne keine Wespennester selber – sie stehen unter Schutz.
  • Sichtungen über beewarned.de melden, damit Fachstellen reagieren können.
  • Imker: Schutzgitter, verkürzte Fluglöcher und Präsenzzeiten vor dem Stock einplanen.
  • Natürliche Köderfallen nutzen, aber gezielt und umweltfreundlich.

Diese Schritte sind einfach umzusetzen und reduzieren Stress für Mensch und Tier gleichermaßen.

Bonus-Tipp: Ein kleines Stück Gemüsegarten mit späten Blühern lockt natürliche Nahrungsquellen für Insekten an – so bleiben die Tiere länger draußen im Beet und nicht direkt am Kuchentisch.

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